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Sächsische Zeitung, 31. Juli 2007

Mühlbauer kämpft für die schnellere Gesundheitskarte
Von Katlen Trautmann


Dresden. Sie ist klein, schlau und aus Plastik: Die elektronische Gesundheitskarte „Made in Germany“ speichert die individuellen Daten des Patienten, sodass jeder Arzt stets optimal im Bild ist –und die beste Behandlung bringen kann.

Die Karte mit den gespeicherten Daten auf einem eingearbeiteten Chip sollte schon seit Jahren ein Verkaufsschlager werden. Die Unternehmen aus Deutschland wollten dabei eine weltweite Vorreiterrolle einnehmen. Doch die Hoffnungen erfüllten sich bislang nicht.

„Es fehlt an Entscheidungen zugunsten der Karte“, sagt Josef Mühlbauer, Gründer und Vorstandsvorsitzender der gleichnamigen Unternehmensgruppe. Er kann nicht verstehen, warum schon wieder eine Top-Technologie aus Deutschland gerade im Land des Erfinders nur so zögerlich eingesetzt wird.

Schon seit 1993 gibt es Prototypen der Gesundheitskarte. Aber erst vor wenigen Monaten startete die erste Testphase im Landkreis Löbau-Zittau und anderen Regionen. Damit ist das Projekt mindestens zwei Jahre in Verzug – mit fatalen Folgen. „In der Branche sind inzwischen 200 Millionen Euro für Entwicklung investiert. Einige Firmen denken nun an Ausstieg“, sagt Pablo Mentzinis vom Informationstechnologie-Verband Bitkom.

Um Produkte im Ausland verkaufen zu können, brauchen Unternehmen nämlich Referenzen auf dem Heimatmarkt. „Ohne Aufträge aus Deutschland können deutsche Unternehmen der Vorbildrolle nicht gerecht werden“, sagt Mühlbauer. Für die Zaghaftigkeit macht er die deutsche Mentalität verantwortlich – erst, wenn auch der kleinste Fehler ausgeschlossen ist, können Firmen an den Test-Markt gehen. „Als gut gilt nur derjenige, der keine Fehler macht.“ Dann aber ist die Konkurrenz auch schon längst auf dem Markt.

Mühlbauer wirbt persönlich für die schnellere Einführung der Gesundheitskarte. Das Unternehmen präsentierte sich dafür auch kürzlich im sächsischen Landtag. Der Unternehmer macht kein Hehl daraus, dass sein Blick weniger nach Deutschland, sondern vor allem Richtung Asien geht. „Von Aufträgen allein in Deutschland kann keine Firma überleben“, sagt der Firmenchef. Vor allem Indien mit seinen 1,3 Milliarden Menschen hat es ihm angetan. Mühlbauer kämpft aber auch am deutschen Markt weiter. „Wir hoffen auf ein weiteres Referenzprojekt in Sachsen.“

 

Katlen Trautmann • Tel.: 0351 31 777 81 • Fax: 3222 375 4 357 • Funk: 0171 26 66 354 • Email: katlen.trautmann@t-online.de

 
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