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Sächsische Zeitung, November 2007


Deutscher Intel-Chef kritisiert Unternehmen
Initiative D21 fordert Wirtschaft zu mehr Kreativität im Internet auf.


Von Katlen Trautmann


Dresden. Deutsche Firmen nutzen die Möglichkeiten der virtuellen Welt zu wenig. Dieses Zeugnis stellte der Chef von Intel Deutschland, Hannes Schwaderer, der Wirtschaft aus. „Wir stecken in den Kinderschuhen“, sagte er auf dem diesjährigen Kongress der Initiative D21 in Dresden. Dort diskutierten 650 Fachleute über das Web2.0. Anders als beim derzeitigen Internet liegt der Schwerpunkt beim Web 2.0 in der aktiven Teilnahme aller Nutzer und dem Datentausch.

„Diesmal waren die Verbraucher schneller als die Anbieter“, resümierte Schwaderer, zugleich Vize-Präsident von D21. Chancen im Web 2.0 sieht Schwaderer beim viralen Marketing. Bei dieser Werbeform werden Botschaften als Filmchen oder Fotos durch die Empfänger weitergereicht. Die Clip-Serie von Volkswagen mit der Kultfigur Horst Schlemmer sei dafür ein Beispiel. Auch Online-Spiele und soziale Netzwerke, die „Communitys“, böten Marktchancen. Schwaderer forderte mehr Kreativität. „Wir in der Wirtschaft müssen mehr zeigen, was der Mensch davon hat.“ Finnland spiele eine Vorreiterrolle beim Einsatz des Internets.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) hingegen wahrte Distanz: „Keine Videokonferenz wird zwei Menschen so nahe bringen wie ein freundschaftlicher Händedruck“. So denken offenbar viele. 60 Prozent der Deutschen sind im Netz. Weniger als zehn Prozent beteiligen sich Intel zufolge an Blogs und Foren. Damit bewegt sich Deutschland im internationalen Vergleich etwa auf dem Niveau von Pakistan.

 

Katlen Trautmann • Tel.: 0351 31 777 81 • Fax: 3222 375 4 357 • Funk: 0171 26 66 354 • Email: katlen.trautmann@t-online.de

 
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