Fenster schließen
  Drucken
 

Deutsche Presseagentur dpa; Oktober 2005

san0026 4 vm 304 lsn 4066

Gesundheit/Medizin/
(Zusammenfassung 1030 - dpa-Gespräch)
Ganzheitliche Therapie für Herzpatienten rückt ins Zentrum =

Dresden (dpa/sn) - Scheinbar nebensächliche Krankheiten haben nach Ansicht von Experten Einfluss auf Entstehung und Verlauf von Herzerkrankungen. Die Behandlung dieser Probleme muss künftig ins Zentrum der Therapie für Herzpatienten rücken, sagte die Kardiologin Professor Dr. Ruth Strasser am Donnerstag am Rande der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Dresden in einem dpa-Gespräch. «Hauptrisiko für Herz- Kreislauf-Krankheiten stellt das metabolische Syndrom dar», warnte die Leiterin des Dresdner Herzzentrums.

Das sich gegenseitig verstärkende Zusammenspiel krankmachender Faktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, deren Vorstufen und die Fettstoffwechselstörung Hyperlipoproteinämie sind ein Thema der dreitägigen Konferenz. «Bequemlichkeit und die Eigenarten der sächsischen Küche tragen traditionell dazu bei», erklärte sie. Einer aktuellen Studie zufolge stieg der Anteil der am metabolischen Syndrom leidenden Herzkranken im Freistaat in den vergangenen fünf Jahren von 73 auf 80 Prozent. Europa belegt mit 70 Prozent weltweit einen Spitzenplatz.

Generell werde dem Phänomen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. «Menschen mit Krankheiten der Schilddrüse oder der Nieren schneiden bei Herzproblemen deutlich schlechter ab», sagte Strasser. So erschwerten etwa bei Nierenpatienten Kalkablagerungen in den Gefäßen moderne OP-Methoden. Die Sterblichkeit dieser Herzkranken liege rund 20 Prozent über der von Patienten mit intakten Nieren. «Der Blick muss auch auf Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern erweitert werden», forderte Prof. Strasser. «Die Risikoschwangerschaft einer
Frau mit angeborenem Herzdefekt kann bislang unbekannte Probleme aufwerfen.»

Früher erreichten diese Menschen oftmals das Erwachsenenalter nicht. «Das Dresdner Herzzentrum ist eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland, die Eingriffe an Kindern mit Herzfehlern vornehmen», sagte die Kardiologin. In der 1995 eröffneten Einrichtung werden jährlich 6500 Patienten ambulant und rund 8500 Patienten stationär behandelt.

(Internet:www.herzzentrum-dresden.com)

(Prof. Strasser ist telefonisch unter 0351/450 1700 erreichbar -
Dieser Hinweis ist nicht zur Veröffentlichung bestimmt.)

(Autorin: Katlen Trautmann, dpa)

 

Katlen Trautmann • Tel.: 0351 31 777 81 • Fax: 3222 375 4 357 • Funk: 0171 26 66 354 • Email: katlen.trautmann@t-online.de

 
Fenster schließen
Drucken