Fenster schließen
  Drucken
 

Deutsche Presseagentur Mai 2007

Forschung/Tiere/
(Wochenendwiederholung - dpa-Umfrage)

Sächsische Forscher experimentieren meist mit Nagetieren =
Dresden (dpa/sn) - In Sachsen lassen laut vor allem Mäuse ihr Leben für die Wissenschaft. «Die Forschung konzentrierte sich in vergangenen Jahren zunehmend auf Biotechnologie. Dafür werden Mäuse und Ratten verstärkt eingesetzt», sagte Annemarie Prokert vom Gesundheitsministerium. Für 2006 melden die Behörden insgesamt rund 37 000 Versuchstiere, darunter 24 000 Mäuse. Im Jahr davor wurden 60 943 Tiere bei Experimenten verwendet, jedes zweite davon eine Maus.

Der Landestierschutzverband Sachsen kritisiert sämtliche Formen von Tierversuchen und fordert eine stärkere Suche nach Ersatzmethoden. Die meisten Versuchstiere wurden in Forschungsstätten im Regierungsbezirk Dresden eingesetzt. Deren Zahl hat sich nach Angaben des Regierungspräsidiums aber im Vergleich zu 2005 nahezu halbiert.

Im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden, im Universitätsklinikum Dresden und dem Forschungszentrum Dresden-Rossendorf seien neue Versuchskapazitäten entstanden, sagte Behördensprecher Holm Felber. «Die Entwicklung bei den Versuchstieren hängt von den Forschungsvorhaben und dem jeweiligen Stand dieser Vorhaben in den Einrichtungen ab», so Felber.

Im Regierungsbezirk Leipzig wurden laut Regierungspräsidium rund 15 400 Versuchstiere, darunter etwa 8000 Mäuse, für Experimente verwendet. Nach Angaben von Behördensprecher Stefan Barton waren 2005 insgesamt 17 362 Versuchslebewesen in Laboren gezählt worden. Versuche an Menschenaffen wurden in Sachsen in zurück liegenden Jahren nicht durchgeführt.

«Tierversuche nehmen wir generell nicht hin, können aber Gesetze nicht aushebeln», sagte Petra Backoff vom Landestierschutzverband. Ersatzverfahren müssten Vorrang gegenüber Tierversuchen besitzen, forderte sie. Für Produkte wie Medikamente sind per Gesetz derartige Tests vorgeschrieben. Der Tierschutz ist seit fünf Jahren im Grundgesetz verankert.

Bei Studien mit Fischen zur Risikoverwertung von Chemikalien und Industrieabwässern zeichnen sich alternative Wege bereits ab. Eine Arbeitsgruppe um Kristin Schirmer vom sächsischen Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung entwickelte eine Modell, bei dem Zelllinien die Fische ersetzen. Dafür erhielt die Forscherin 2007 einen Teil des mit insgesamt 30 000 Euro dotierten Felix-Wankel-Tierschutz-Preises, der von der Ludwig-Maximilians-Universität-München vergeben wird.

(Internet: www.tierschutzbund.de, www.der-tierschutz.net)

dpa

200950 Mai 07
dpa aq yysn z2 sb

 

Katlen Trautmann • Tel.: 0351 31 777 81 • Fax: 3222 375 4 357 • Funk: 0171 26 66 354 • Email: katlen.trautmann@t-online.de

 
Fenster schließen
Drucken