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Deutsche Presseagentur 7.Juli 2007


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Gesundheit/Kinder/
(Zusammenfassung 1100 - dpa-Umfrage)

Mangel an Kinder- und Jugendpsychotherapeuten in Sachsen =

Dresden (dpa/sn) Sachsen braucht nach Ansicht von Experten mehr Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche. Ursächlich für den Mangel sind unzureichende Planung, Nachholbedarf bei der Ausbildung der Therapeuten und finanziell «besonders unattraktive» Bedingungen, ergab eine Umfrage der dpa. «Sachsen hat zu wenig qualifizierte Kinder- und Jugendpsychotherapeuten», sagte die Präsidentin der
Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer, Andrea Mrazek. Vor allem für die vorbeugende Behandlung müsste die Zahl höher liegen.

Nach Angaben des Sozialministeriums waren Ende 2005 im Freistaat 61 niedergelassene Fachärzte nach dem Psychotherapeutengesetz tätig, wobei jeder statistisch 9 677 Minderjährige betreute. Im bundesweiten Durchschnitt kamen auf einen Therapeuten 6081 Kinder und Jugendliche.

Mrazek sieht Probleme in der fehlenden Unterscheidung zwischen so genannten Psychologischen Psychotherapeuten und Spezialisten für Kinder bei der Bedarfsplanung. Oft scheine der Bedarf in einem Bezirk statistisch gedeckt. «Faktisch finden Eltern aber oft Erwachsenen-, aber keine Kinderpsychotherapeuten», beklagte sie.

Die Wartezeiten auf eine Behandlung betragen bis zu einem Jahr. Diese Zeitspannen ließen auf einen Mangel schließen, sagte Ralph Schreiber vom Sozialministerium. Laut Sozialgesetzbuch 5 sollen bis Ende 2008 40 Prozent aller Vertragsarztsitze mit psychologischen Psychotherapeuten besetzt sein.

Keines der Mitglieder in der Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeuten kommt aus Sachsen, berichtete Sprecherin Helene Timmermann. Wegen des bis zu fünfstelligen Anteils an den Kosten einer Weiterbildung zum Analytiker würden Psychotherapeuten darauf verzichten. Der Verband mit Sitz in Berlin ist nach eigenen Angaben der größte Berufs- und Fachverband in Deutschland.

Laut Bundesärztekammer kommen auf 100 000 Einwohner in Sachsen 0,8 Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, im Westen sind es bis zu zehn Mal mehr. In den kommenden Jahren werden mehr Ausbildungskandidaten in Sachsen den Abschluss erwerben, teilte das Sozialministerium mit. Im Freistaat gibt es zehn Ausbildungsstätten für diese Fachrichtung, die erstmals 1999 durch ein Bundesgesetz definiert wurde.

(Internet: www.ihre-opk.de, www.vakjp.de)

Autorin: Katlen Trautmann, dpa

071100 Jul 07
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