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Sächsische Zeitung, September 2006


Sächsische Zeitung
Samstag, 23. September 2006

Sensoren für Erfolg
Von Katlen Trautmann

Mikroelektronik. Der Dresdner Hersteller MPD weint der früheren Mutter ZMD keine Träne nach.

Moderne Autos sind heute oft mit Einparkhilfen oder Kameras für den Blick in den toten Winkel ausgestattet. In solchen Bauteilen arbeiten Kameras mit Sensoren auf Halbleiterbasis. Neben diesen Kameras hat sich die Microelektronic Packaging Dresden (MPD) auf mikromechanische Systeme spezialisiert. Damit will das Unternehmen, eine Ex-Tochter des Chip-Konzerns ZMD, den Umsatz in den kommenden fünf Jahren fast vervierfachen. „Das Wachstum wird durch Silizium-basierte Sensoren kommen“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Prinz von Hessen.

Dieses Umsatzziel markiert zugleich die gelungene Abnabelung von der ehemaligen Mutter. Vor zehn Jahren wurde MPD ausgegründet, um die Entlassung von zehn Mitarbeitern aufzufangen. Die Ex-Mutter hat ihren 80-prozentigen Anteil Ende 2005 an die Silicon Sensor International AG verkauft. Sechs Prozent des Stammkapitals halten heute die Mitarbeiter, den Rest die beiden Geschäftsführer. Der Blick in Richtung Ex-Mutter fällt kühl aus. „Wir waren aus Sicht von ZMD keine strategischen Partner“, sagt Geschäftsführer Jörg Ludewig. Man selbst habe das zwar anders gesehen. Aber ZMD habe Engagement vermissen lassen.

Mit dem neuen Haupteigner zeigen sich die Firmenchefs hochzufrieden. Man passe besser zusammen, bilanziert Wilhelm von Hessen. Der Konzern mit Sitz in Berlin entwickelt und produziert Sensorsysteme, Photodioden und andere Komponenten. „Früher waren wir Anhängsel, hier sind wir Partner“, sagt der Prinz von Hessen. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei, dass die MPD mit rund 16 Millionen Euro Umsatz den Angaben zufolge rund 55 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet.

Fusselfreie Kameras

Als einer der wenigen Hersteller in Europa fertigt das Dresdner Unternehmen optische Bauteile in einem Reinraum. Weil die Nachfrage nach solch staubfrei hergestellten Kameras steigt, vergrößert das Unternehmen seine Produktionsfläche auf 2 600 Quadratmeter.

Am Freitag wurde der Grundstein für eine zweite Halle gelegt. Mit der aktuellen Ausgabe von 5,5 Millionen Euro wird die Firma dann insgesamt zwölf Millionen Euro investiert haben. Je eine Hälfte floss in Bauten und Anlagen. Fast die Hälfte des Umsatzes entfällt auf optische Sensoren, weitere 40 Prozent auf mikroelektronisch-mechanische Teile wie Drucksensoren.

135 Leute arbeiten heute bei MPD, 220 sollen es in fünf Jahren sein. Ab kommendem Jahr wird das Unternehmen für Infineon Dresden Mikrophone auf Siliziumchip-Basis für Handys, Minicomputer (PDA) und Kameras produzieren. geplant sind zunächst 20 Millionen Stück pro Jahr. Chef Ludwig sieht den Auftrag als Zwischenstation. „Wir sind auf dem Wege, erwachsen zu werden“, sagt er.

Im Internet
www.mpd.de

 

Katlen Trautmann • Tel.: 0351 31 777 81 • Fax: 3222 375 4 357 • Funk: 0171 26 66 354 • Email: katlen.trautmann@t-online.de

 
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